How to:Defekte Inspire als Lightbridge 2 nutzen

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    • How to:Defekte Inspire als Lightbridge 2 nutzen

      Hallo,
      Ich beginne hier mal mit einem meiner letzten Projekte.
      Zu Beginn:
      Ich bin neu in diesem Forum aber keinesfalls neu in dem Hobby.
      Ich werde nach und nach einige Anleitungen online stellen.
      Bei Fragen bin ich entweder unter den entsprechenden Posts oder per Nachricht zu erreichen.

      Nun aber zum Thema:
      Lightbrige ist gut, aber teuer.
      Lightbridge 2 ist besser und noch teurer.

      Allerdings kann man diesen Punkt auch umgehen.
      Mein Weg zu einer X3 unter einem Hexacopter und allen Kamerafunktionen der Inspire hat mich 300 Euro gekostet.

      Allerdings muss ich hier warnen:
      Wenn euch Ampere und Volt nichts sagen, ihr Angst davor habt zu löten oder ihr es nicht übers Herz bringt eine Inspire bis aufs innerste zu zerlegen dann solltet ihr die Anleitung eventuell nicht nachmachen.

      Wenn ihr allerdings nach einem guten Videosystem sucht und dabei alle Vorzüge der X3 oder X5 genießen möchtet und euch dafür nicht vor etwas Löten scheut, dann ist diese Anleitung das richtige für euch.

      Beginnen werden wir erst mal mit einer Übersicht der Hardware in einer Inspire.
      (V1 und V2 ist dabei unbedeutend)
      Es liegen 3 Bilder vor, die die Hardware und die entsprechenden Anschlüsse zeigen.

      Wir beginnen außen:



      Oben liegt die GPS Antenne mit Elektronik zur Auswertung.
      Anzumerken ist die Größe der Antenne.
      Die Antenne ist rund aufgebaut und besitzt einen Durchmesser von 47mm und eine Höhe von 4mm. Das ist eine absolute Spitzenklasse.
      Die Daten sind höchstwahrscheinlich im NMEA Format vorhanden.

      Direkt unter der Magnesiumabdeckung der GPS Platine befindet sich der Servo für die Arme.

      Zwischen Akku und Servo liegt auf gesamter Höhe das Center-board.
      Das Centerboard dient zur Anbindung der Module an den FC (Flight-controller).
      Zusätzlich dient es zur Kommunikation mit dem Akku und zur Spannungsversorgung.

      Darunter liegt das VPS. Dieses ist ebenfalls mit dem Centerboard verbunden.

      Unter jedem Motor liegt ein ESC. (Hier sind die 2 Ausbuchtungen für die Kondensatoren zu beachten)
      Der ESC bekommt seine Daten direkt vom FC und ist nicht mit dem Centerboard verbunden.
      Das Signal wird höchstwahrscheinlich als PPM übertragen (sonst wäre ein Testpunkt für PPM auf dem ESC sinnlos). Das PPM Signal wird allerdings auf 2 Leitungen übertragen. (Pinout: PPM, GND, PPM).
      Dazu bekommt der ESC noch 2 Leitungen parallel mit dem anderen ESC auf dem Arm. Hierbei tippe ich auf eine digitale Kommunikation für Telemetrie und LED.
      Die LED ist direkt mit dem ESC verbunden.

      In jedem Fuß steckt auch noch eine Antenne.
      Hier konnte ich allerdings noch nicht herausfinden welche für Video und welche für Telemetrie und Steuerung zuständig sind.
      Alle 4 Antennen sind über ihre eigenen Coax-kabel direkt mit dem FC verbunden.

      Nun zurück zum Centerboard.



      Das Centerboard besitzt oben die Verbindung zum Akku.
      Der Lastanschluss dient für die Versorgung der ESCs und wird ebenfalls für den FC genutzt. Das PSU regelt hier die 22V auf 3,3V, 3,6V, 12V und einige andere Spannungen herunter.

      Die 4 Pins dienen zur Kommunikation mit dem Akku. Allerdings sind immer 2 pins verbunden, wodurch hier nur ein Protokoll mit 2 Datenleitungen möglich sein kann.

      Die beiden oberen Anschlüsse sind für den FC.
      Links geht es mit einem normalen Servoanschluss für den Servo (wer hätte es gedacht) weiter.

      Darunter wird das GPS Modul angeschlossen.

      Auf der rechten Seite wird in der Mitte das VPS angeschlossen.

      Darunter ist der Anschluss für das USB/LED Modul (hinten an der Inspire) zu finden.


      Kommen wir nun zum FC.



      Dieser hat auf der Rückseite eine eigene Kühlung.
      Allerdings ist darunter auch das IMU versteckt.
      Vielleicht muss dieses gekühlt werden oder DJI wollte es von dem Videosender abschirmen.
      (und Nein: Das ist kein Spannungsregler. dafür hat das Flachbandkabel zu viele Leitungen. Außerdem wird ohne dieses Modul kein IMU mehr erkannt)
      Der einzige Sensor in dem FC ist das Barometer.

      Darunter befinden sich die 4 Anschlüsse für die Antennen. (die grauen Stecker sollten in die Mitte gehören).

      Ganz unten liegt der kleinere Anschluss für das Gimbal.
      Dieser ist für die Steuerung zuständig.

      Auf der Vorderseite befindet sich oben der Anschluss für das Centerboard (Das Kabel teilt sich auf)

      Links darunter wird der Kompass angeschlossen, der direkt vor dem FC sitzt.

      Der Anschluss daneben ist unbekannt. Vielleicht kann man durch die Matrice 100 etwas dazu herausfinden.

      Der untere Anschluss ist für Das Gimbal und überträgt das Bild.




      Gut.
      Da wir nun mit der Übersicht durch sind:
      Was braucht man, damit es etwas von sich gibt?
      Eine Fernsteuerung zur Verbindung.
      Die 4 Antennen. (ohne diese zu Starten könnte die Sender beschädigen)
      Den FC (Ncore).
      Das Centerboard.

      Überraschenderweise wars das.
      Mein erster Test hatte zwar noch Kompass und USB verbunden, allerdings sind diese Module ebenfalls nicht wichtig.
      Ihr werdet zwar auf dem Handy mit Fehlermeldungen überschüttet, aber der FC startet bereits mit dieser Ausführung.

      Für eine Videoübertragung muss nun noch das Gimbal verbunden werden.
      Danach sollte ein Videostream möglich sein.
      Allerdings wird die Steuerung der Kamera noch nicht funktionieren.
      Komischerweise benötigt der FC ein IMU um mit dem Gimbal zu kommunizieren.

      Dieses muss daher auch verbunden sein, um die Kamera zu steuern.
      Also kann man mit folgenden Modulen starten:
      FC, Centerboard, Kompass, IMU, Antennen, Gimbal.

      Da es hier nur darum geht das Videosystem zu nutzen wird der FC der Inspire nicht mehr fliegen. dieser wird von nun an immer der Meinung sein, er wäre auf dem Boden.
      Daher ist auch das VPS und das GPS Modul nicht notwendig.
      Wer allerdings GPS Daten auf den Bildern benötigt (3D Mapping) könnte versuchen das GPS Modul ebenfalls zu verbinden.
      Ein fehlendes VPS Modul löst komischerweise keine Meldung aus.

      Um das ganze nun mit Spannung zu versorgen benötigen wir die Lastkontakte vom Centerboard (oder die, die an die ESCs gehen).
      Der längere Kontakt ist Minus.

      Da wir (von der Inspire her) nicht abheben wollen brauchen wir keinen DJI Akku.
      Das System arbeitet auch nur mit der Spannung. Wir dürfen zwar nicht abheben, aber das hat ja nicht der FC der Inspire zu entscheiden.
      Es ergibt sich zwar eine Fehlermeldung, diese können wir allerdings ignorieren.

      Ich würde empfehlen das USB Modul auch dran zu lassen, da man so noch die LED für Statusmeldungen oder Orientierung hat.
      Hier ist ebenfalls interessant, ob man mit dem aufgebohrten DJI Assistant2 nicht etwas ändern kann. Schließlich ist der Ncore FC nicht nur auf der Inspire, sondern auch auf der Matrice 100 verbaut.

      Wenn der Aufbau nun funktioniert muss das System nur noch unter eine Drohne eurer Wahl geschraubt werden.
      Ich empfehle dafür die Unterseite der Inspire als Träger zu nutzen.
      Die Spannungsversorgung sollte bei 6S liegen. Ob das System auch mit weniger arbeitet weiß ich nicht.
      Zu beachten ist hierbei, dass alles von der Inspire über 2,4GHz geht.
      Demnach sollten die Antennen für den echten FC auf der Drohne anders ausgerichtet werden. (z.B. Horizontal und die der Inspire Vertikal). oder man sollte auf 5GHz, 5,8GHz oder etwas im MHz Bereich zurückgreifen.
      Da die Inspire 5,8GHz nur für die Verbindung der Fernsteuerungen untereinander nutzt ist es allerdings problemlos möglich noch einen analogen Videosender auf 5,8GHz auf der Drohne zu haben. (z.B. für den Piloten)

      Das System hat zwar sein Gewicht, wird aber nicht groß über anderen Systemen liegen.
      Und da es so wie so mit 6S versorgt werden sollte wird die Drohne unter der es Hängt wohl auch etwas größer sein.

      Bevor es mit der zu kaufenden Hardware los geht noch einige Tipps für den Nachbau:
      Der FC der inspire sollte aufrecht stehen, da der IMU das Gimbal beeinflusst.
      Niemals ohne Antennen starten.
      Zum Testen am besten ein Labornetzteil nutzen. (~0,5A für den FC oder ca. 2A wenn eine Kamera dran hängt)
      Man kann (wenn man schon eine Inspire mit 2 Fernsteuerungen besitzt) die zweite Fernsteuerung wieder auf Master schalten und mit dem FC der “umgebauten“ Inspire linken.
      Damit kann man bequem zwischen Master (Umgebaute Inspire) und Slave (Kameraoperator der ganzen Inspire) umschalten.

      Nun zum Kauf:
      Wer bereits eine Inspire besitzt (bestenfalls mit 2 Fernsteuerungen) benötigt nur eine weitere Inspire ohne alles.
      Diese sind gebraucht schon für unter 400 zu bekommen.
      Wer allerdings kein Problem damit hat auf einige Module zu verzichten, kann sich (wie ich) auch eine Abgestürzte kaufen.
      Diese sind noch mal billiger.

      Hier solltet ihr auf folgendes achten:
      Das USB Modul ist nicht notwendig. Also kann die Hinterseite ruhig zerstört sein.
      GPS ist ebenfalls nicht notwendig. Demnach sind auch Schäden oben nicht schlimm.
      Der Frame und die ESCs sind recht egal, allerdings sollte man auf die Antennen achten.
      Ein zerschmettertes Gimbal ist ebenfalls nicht schlimm, sofern die Verbindung für das Gimbal nicht beschädigt wurde.
      Allerdings sitzt eine der Halterungen vom FC direkt an dem Flachbandkabel für die IMU. sollte dieser also abgerissen sein ist evt. das IMU nicht mehr zu gebrauchen.
      Das solltet ihr also möglichst vermeiden.

      Als Extra habt ihr natürlich noch die Motoren.
      Auf Wunsch kann ich ein 3D Modell zum Drucken herausgeben, mit dem man die Motoren auch auf normalen Rahmen befestigen kann.
      Ich betreibe dieses gerade auf 3S und kann nicht meckern.
      Wie von einem E600/E800 System zu erwarten, habt ihr eine Effizient von 12g/W und mehr.

      Nach dieser kleinen Anleitung interessiert mich auch eure Meinung zu dem gewagten Umbau von dem System.

      Für Fragen bin ich natürlich auch immer offen.
      Solltet ihr etwas zu ergänzen haben oder Fehler finden teilt es mir bitte mit, damit ich die Anleitung verbessern kann.
    • Cooles Projekt! Ich hab's jetzt mal auf die Schnelle durchgeschaut und muß sagen: Hut ab! Da hast Du was ausgetüftelt :thumbup:
      Mein Hangar:
      DJI Mavic Pro mit iPhone 6s, Parrot Disco, DJI F450 FlameWheel mit Naza-M V2 und FrSky Taranis, diverses "Kleinvieh" mit vier Propellern