Ganz Berlin ein Wohngrundstück?

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    ACHTUNG: In Deutschland muß Deine Drohne per Gesetz mit einem Drohnen-Kennzeichen versehen sein! Diese Plakette muß feuerfest sein und Deinen Namen und Anschrift enthalten. Ein passendes Kennzeichen bekommst Du hier.

    • Ganz Berlin ein Wohngrundstück?

      Schönen guten Tag an alle Mitlesenden!

      Angeblich soll es ein Urteil des Landgerichts Berlin geben, wonach das gesamte Stadtgebiet als Wohngrundstück aufzufassen sei - mit der Folge, dass Copter-Aufstiege immer verboten sind, wenn eine Kamera an Bord ist.

      Hintergrund meiner Frage: Heute hatte ich ein Gespräch beim Tag der offenen Tür der Berliner Polizei mit einem Polizeiangestellten, der dort mit Coptern zu tun hat und zum Beispiel Unfallstellen aufnimmt. Er ist felsenfest davon überzeugt, dass man in ganz Berlin nur mit Einzelerlaubnis aufsteigen darf, wenn der Copter eine Kamera hat. Ich habe erhebliche Zweifel an der Richtigkeit seiner Aussage. Denn die gesamte LuftVO differenziert nicht zwischen Coptern mit und ohne Kamera. Wenn ich weiter als 1,5 km vom Flughafenzaun entfernt bin und mich nicht in den Betriebsverbotszonen nach 21b befinde, und mein Gerät leichter als 2,5 kg ist, dann darf ich dort fliegen und Aufnahmen machen. Angeblich hat er schon Geräte deshalb beschlagnahmt...

      Wie seht Ihr das?

      Matthias
    • Der Polizist hat sichs einfach gemacht. Aber die LuftVO ist nun mal kompliziert oder besser gesagt sehr differenzierent. Insofern ist dein Ansatz der genauen Aufdröselung richtig und die des Polizisten falsch. Ich denke er weiß schon was Sache ist, hatte aber keine Lust sich mit dir auf eine Diskussion einzulassen, weil man sich da oft verzettelt bei den großen Löchern der Verordnung.
    • Hmh, halte ich jetzt auch für sehr pauschalisiert und in der Form für unwahrscheinlich. Mich würde mal der rechtliche Ausgang so einer Beschlagnahmung interessieren (falls ansonsten alle geregelten Abstände eingehalten wurden).
      Es gibt auch in Berlin Waldgrundstücke, NSG, LSG, Gewerbegebiete usw. Das sollen jetzt nach einem Urteil alles Wohngrundstücke sein? Nach welcher Verordnung/Flächenplan? Es soll ja merkwürdige Regelungen gaben, aber das glaube ich so nicht.
    • Pianist schrieb:

      Angeblich soll es ein Urteil des Landgerichts Berlin geben, wonach das gesamte Stadtgebiet als Wohngrundstück aufzufassen sei - mit der Folge, dass Copter-Aufstiege immer verboten sind, wenn eine Kamera an Bord ist.
      ...
      Angeblich hat er schon Geräte deshalb beschlagnahmt...

      Angeblich, ja klar. Das ist selbstverständlich Quatsch. Ebenso irgendwelche erfolgten Beschlagnahmungen, die setzten einen richterlichen Beschluss voraus. Die StPO wird er doch sicher kennen?
      Was in der Regel beim Einkassieren von Drohnen passiert, ist eine Sicherstellung, dabei ist die Herausgabe aber freiwillig.

      Ist man sicher, nichts falsch gemacht und gegen kein Gesetz oder eine Verordnung verstossen zu haben, und kommt einem die Polizei mit solchen fadenscheinigen eigenen Rechtsauslegungen, gibt man eben auch nichts freiwillig heraus. Dann bleibt ihr nur die Beschlagnahmung, dann wird das Ganze aber auch direkt bei der Staatsanwaltschaft aktenkundig, und gibt der von einem selbst im Folgenden initiierten Fach- und/oder Dienstaufsichtsbeschwerde mehr Gewicht.

      So weit sind wir glücklicherweise nicht, dass hier jeder meinen kann, einen auf Sheriff oder Schikane machen zu können...
      Gebe ein paar DJI-Copter und sonstiges Zubehör ab --> mein Profil/Pinnwand

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von skyscope ()

    • Berlin ist nicht ganz einfach. Es gab tatsächlich vor der Drohnenverordnung in Berlin für Flüge die nicht zum Zweck der Sport- und Freizeitgestaltung stattgefunden haben, keinne Allgemeinverfügung, dabei mussten alle Flüge einzeln beantragt und genehmigt werden. Auch ging man in Berlin wie in manchen anderen Bundesländern auch, davon aus, dass Flüge mit einer Kamera nicht zum Zweck der Süort- und Freizeitgestaltung durchgeführt wurden.

      Entgegen der landläugigen Meinung, mit der neuen Drohnenverordnung ist alles viel Schlimmer geworden, so ist in vielen Bereichen oder besser gesagt Behörden auch klarheit eingezogen. So hat sich das Bundesland Berlin den Regeln der neuen Drohnenverordnung angeschlossen. Nachzulesen beim zuständigen Landeamt für Bauen und Verkehr (LBV) welches für Berlin und Brandenburg zuständig ist.

      lbv.brandenburg.de/3348.htm

      Dennoch gibt es für Berlin doch einige Besonderheiten zu beachten 2 große Flughäfen, diverse Krankenhäuser mit Heliports und dann noch die beiden Flugbeschränkungsgebiete ED-R 4 und ED-R 146 machen es dann auch nicht einfacher. All diese Dinge sind jedoch in der DFS-App (o.ä.) alle gut zu erkennen und entsprechend in der Flugplanung einzubinden. Jetzt gibt es aber auch mit Berlin noch die Besonderheiten, wo bei Staatsbesuchen gern eine temporäre Flugverbotszone eingerichtet wird. Diese über sog. NOTAMs ausgerufenen Flugbesonderheiten sind auch für uns verbindlich, findet man jedoch aktuell leider nicht in solchen Apps und man muss sich hier selbst entsprechend informieren.

      Hält man sich jedoch auch an solche Beschränkungen und an die Luftverkehrsgesetze so darf man auch in Berlin in den verbleibenden Stellen fliegen. Daher sind solche Aussagen eines Polizisten alles, nur nicht rechtlich haltbar.
    • Ab heute 16:00 Uhr UTC (18:00 Uhr MESZ) bis am Samstag 10:00 Uhr UTC (12:00 Uhr MESZ) ist in Berlin per NOTAM der E-DR „Humboldt“ ausgerufen und somit das Fliegen in diesem Bereich verboten.

      Im E-DR „Humboldt“ mit einem Radius von 30 nautischen Meilen (ca. 56 km) um die Koordinaten N 52.3134 E 013.2220 sowie von Grund bis 10.000 ft (ca. 3.050 m) ist das Fliegen nur mit ausdrücklicher Genehmigung möglich. Selbst erteilte Genehmigungen, z.B. für eine Durchfluggenehmigung durch E-DR 4, 54, 55, 56 und 146 sind in dieser Zeit unwirksam und bedürfen einer zusätzlichen Genehmigung für E-DR „Humboldt“.

      dfs.de/dfs_homepage/de/Service…mboldt_Erdogan-Besuch.pdf

      Edit: In der DFS-App ist der E-DR-Humboldt sogar eingezeichnet.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von quadle ()

    • In der NfL steht 16:00 Uhr, jedoch UTC somit zu MESZ +2 Stunden, also sogar erst ab 18:00 Uhr aber dann auch am Samstag bis 12:00 Uhr, werde es oben dann noch einmal korrigieren.

      Kurrioser Weise hatte wir heute im SWR3-Radio das Thema, „Was tun, wenn Gäste zu früh kommen“. :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von quadle ()