Mächtiges Werkzeug: NeatVideo (Entrauschen/Reparieren) von Videos (mit Beispielen)

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    • Mächtiges Werkzeug: NeatVideo (Entrauschen/Reparieren) von Videos (mit Beispielen)

      Hi,

      zur Zeit arbeite ich an einem neuen Projekt und habe leider mit jede Menge qualitativ miserablem Material zu tun.
      Extremes Rauschen und Jpeg Artefakte sind die Hölle und davon gibt es mehr als genug.
      Wenn ich damit mal durch bin, werde ich das Endergebnis als Video hier mal zeigen und wird etwas ganz besonderes werden.

      Um Videos zu entrauschen und vor allem auch zu reparieren, gibt es weltweit nichts leistungsfähigeres als NeatVideo. Falls jemand Interesse hat, kaufen! Man macht damit nichts falsch.
      Nur der Rechenaufwand ist auf maximaler Qualitätsstufe leider enorm.
      Ich hatte damals das erste NeatImage Plugin schon kurz nach der Firmengründung gekauft und arbeite damit schon über 15 Jahre.

      Hier mal ein paar exemplarische Beispiele aus dem aktuellen Projekt und der Leitungsfähigkeit von NeatVideo.
      Nachdem man die Bilder gesehen hat, ist denke ich auch klar, warum man als erstes immer entrauscht und erst am ende der Bearbeitungskette nachschärft.

      Viele Strukturen sind im unbearbeiteten Material kaum noch zu erkennen, z.B. rechts im Bild am Streifen gut sichtbar:





      Oben JPEG Artefakte
      Unten bereinigtes Videomaterial





      Durch das Rauschen sind die dahinterliegenden Strukturen nicht mehr sichtbar... nach dem Filtern in ver. Frequenzbereiche wird einiges wieder sichtbar:




      Hier ebenfalls die Wiederherstellung von fast verlorenen Details:
    • Neat ist ein klasse Tool und schafft oft sehr gute, manchmal unglaubliche Ergebnisse.
      Ich bin darauf gestoßen, als ich große Probleme mit einem Video hatte - unter sehr schlechten Lichtbedingungen (Karneval, abends/nachts und im Club) gedreht und das noch mit einer GoPro, die bekanntlich besonders schwach bei LowLight ist.
      War schon dran das Projekt aufzugeben - so störend war das Rauschen - und bin nach Recherchen auf Neat gekommen.
      Wahrlich nicht billig aber den Preis wert - hat mein Vid gerettet und war seitdem oft im Gebrauch - und wie Stefan schreibt enorm Hardware fordernd.

      Ciao Rob
    • S t e f a n schrieb:

      Viele Strukturen sind im unbearbeiteten Material kaum noch zu erkennen, z.B. rechts im Bild am Streifen gut sichtbar:
      Dass die Software danach ein sehr schönes Bild zaubert sieht man. Für wissenschaftliche Analysen (z.B. von den Planetenoberflächen) wäre mal interessant, wie genau die Software bei den Teilen, die sie neu (?) berechnet an der Realität ist. Erlaubt das z.B. dann immer noch Analysen der Oberfläche, oder sieht man da - überspitzt gesagt - nur was sich die Software da ausdenkt?

      Für unsere Zwecke auf jeden Fall super - z.B. bei dem o.g. beeindruckenden Video der Skyline von Shenzhen in der Nacht + NeatVideo , hat man ja nicht den Eindruck, dass die Hochhäuser, etc irgendwie nicht so aussehen wie sie sollten ;)

      Jatekman schrieb:

      Ich bin darauf gestoßen, als ich große Probleme mit einem Video hatte - unter sehr schlechten Lichtbedingungen (Karneval, abends/nachts und im Club) gedreht und das noch mit einer GoPro, die bekanntlich besonders schwach bei LowLight ist.
      War schon dran das Projekt aufzugeben - so störend war das Rauschen - und bin nach Recherchen auf Neat gekommen.
      Wahrlich nicht billig aber den Preis wert - hat mein Vid gerettet und war seitdem oft im Gebrauch - und wie Stefan schreibt enorm Hardware fordernd.

      Kannste das besagte Video mal posten? Was kostet die Software eigentlich? Gibts ne Testversion? Ist die irgendwie eingeschränkt?
    • @lutz, kann ich gerne machen, ist die Frage wie aussagekräftig das für Dich ist - Du kennst das Originalmaterial nicht und das habe ich auch nicht mehr.
      Es sah gruselig aus und so hätte ich das nie verwendet, Neat legt so eine Art Decke/Filter drüber, so hat man das Gefühl, und das Ganze sieht auf einmal ganz "smooth" aus - muss jeder selbst erleben.
      Damals habe ich 100 Euro, oder Dollar?, bezahlt und ich habe die eingeschränkte Version (hat mir damals gereicht), die geht nur bis FHD, für 4K muss man upgraden.

      Ciao Rob

    • quadle schrieb:

      Irgendwie kann ich mir bei diesem Thread dann aber doch folgende, erst zuletzt getroffene Aussage nicht erklären.

      S t e f a n schrieb:

      ... Die z.B. immer so gelobte Nachschärfung bei NeatVideo kann mit dem für mich besten getesteten Plugin nicht ansatzweise mithalten. ...
      Wäre doch schön, dann mal den Vergleich zum „besten getesteten Plugin“ zu sehen!

      Pauschal kann man nicht sagen, welches Plugin das beste Ergebnis liefert. Das hängt auch sehr stark von der Art der Aufnahme und dem Ausgangsmaterial ab. Was bei einer Aufnahme gilt, muss nicht zwingend für die nächste gelten.
    • Ralf Neverland schrieb:

      Pauschal kann man nicht sagen, welches Plugin das beste Ergebnis liefert.
      Sehe ich etwas anders. Mir ist noch nichts untergekommen, wo ein anderes Plugin bessere Ergebnisse geliefert hätte, als NeatVideo - gilt für Denoising ebenso wie für das Nachschärfen. Die Voraussetzung ist natürlich, man beschäftigt sich damit intensiv (heisst, mindestens das Manual lesen ;) ) und erstellt bspw. auch Noise-Profile für seine einzelnen Kameras.
      Die Schärfe lässt sich einzeln über die Bilddetails (fein bis grob) regeln, sowie einzeln für Luma- und die Chroma-Kanäle - was will man mehr? Und partielles Schärfen regele ich wie alles andere auch über Masken, die sich dann auch auch tracken lassen.

      Zur Geschwindigkeit: Gut Ding will Weile haben. Darüber hinaus sollte man die NeatVideo-Einstellungen entsprechend optimieren (Nutzung der CPU-Kerne und vor allem der GPU für das Rendering). Dennoch ist NeatVideo letztlich ein Fall für das Finishing, ganz zum Schluss, bevor man den finalen Film ausspielt. Nur bei eklatantem Rauschen und somit eher der Restaurierung einzelner Clips spiele ich diese vorher noch mal einzeln aus, bevor es ins Grading geht...
      Mein Lieblingsgemüse im Winter: Die Marzipankartoffel.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von skyscope ()

    • Beim Thema Nachschärfen ist NeatVideo nicht schlecht, aber auch nichts besonders. Ich kenne das Plugins NeatImage über 15 Jahre und würde bei Photoshop nie auf die Idee kommen mit NeatImage Nachschärfen. Es gibt hier viel besseres, viel viel besseres, bis hin zur Unterscheidung der Unschärfe, bedingt durch die Linse, z.B. Randunschärfe oder die Unschärfe durch das unterschiedliche Farbspektrum, usw.
      Auch will man dunkle Kanten stärker Nachschärfen als helle, Mikrokontrast verstärken und und und.

      Früher hatte ich das alles mit zig Ebenen manuell erledigt, schön das es für viele Dinge mitterweile spezialisierte Plugins gibt.

      Im Video Bereich hatte mir das alles etwas gefehlt. Nachdem ich alle mir bekannten Plugins (vielleich gibt es noch mehr?) durchgetestet hatte, ja viel Arbeit, kommt nichts an dieses Plugin aus dem Continuum Paket heran:
      borisfx.com/products/continuum-filters/magic-sharp/

      Es kann viele meiner Wünsche schön abdecken, aber an die Photoshop Tools kommt es immer noch nicht komplett heran.
      BCC Magic Sharp benötigt leider ähnlich viel Rechenleistung wie NeatVideo. Auch ist die Anwendung durch die umfangreichen Möglichkeiten nur für Fortgeschrittene Anwender zu empfehlen. Wer sich nicht auskennt, wird das Video wahrscheinlich verschlimmbessern. Viele Parameter haben dazu noch gegenseitigen Einfluss.

      Die Ergebnisse waren bei meinen Tests herausragend und hatte es mir anschließend gekauft.
      Die vorgefertigten Beispiele sind leider kompletter Müll, daher würde ich dieses Plugin wirklich keinem Anfänger empfehlen.


      Zur Frage mit dem Entrauschen zu wissenschaftlichen Zwecken. Glaube dafür würde Neat Video nicht ausreichen.

      Durch meine Astrofotografie konnte ich damals viel über Rauschen lernen und mit NeatImage ist man an bestimmten Punkten nicht mehr weiter kommen.
      Ein sehr lichtschwacher Stern, der versehentlich gefiltert wird, oder wenn das Lichtspektrum verändert wird, solche Tools hätten keine Change.

      In der Wissenschaft wird oft mit diesem Program gearbeitet und hatte ich zwangsläufig ebenfalls nutzen müssen: pixinsight.com
      Ist für Laien alles sehr wissenschaftlich und mathematisch, man benötigt für die Grundlagen ca 150 bis 200h Einarbeitung. Photoshop ist dagegen ein sehr einfach Program :)
      Für mich war es sehr anstrengend und musste viele Formeln ständig notierten, Spaß schaut anderster aus, ich musste mich dazu immer wieder zwingen.

      Wie auch immer, die dort enthaltenen Möglichkeiten zum Entrauschen, gehen weit über die Möglichkeiten von Neat Image, benötigten nochmals um Faktor 10 mehr Rechenleistung. Dafür werden unbedingt Rohdaten benötigt, eine Veränderung der Sensordaten oder ein Debayering wäre für die Wissenschaft unbrauchbar.
      Im Hobbybereich kommt man an solche speziellen Sensoren finanziell aber eh nicht ran. Von daher waren meine Rohdaten wissenschaftlich betrachtet für Ablage P. Trotz allem probiert man mit seinen Möglichkeit das maximal mögliche herauszuholen. Bei 50 Stunden Beleuchtungszeit kommt hier und da in die Nähe vom Hubble-Weltraumteleskop. Die machen zwar in nur 24h mehr Aufnahmen als ich es in meinem restlichen Leben je könnte,m wahrscheinlich reicht schon 1 Stunde, aber wenn man will, geht es für ein paar wenige Fotos in Eigenregie in ähnlicher Qualität.
    • Jatekman schrieb:

      Du kennst das Originalmaterial nicht und das habe ich auch nicht mehr.
      Es sah gruselig aus und so hätte ich das nie verwendet, Neat legt so eine Art Decke/Filter drüber, so hat man das Gefühl, und das Ganze sieht auf einmal ganz "smooth" aus - muss jeder selbst erleben.
      Damals habe ich 100 Euro, oder Dollar?, bezahlt und ich habe die eingeschränkte Version (hat mir damals gereicht), die geht nur bis FHD, für 4K muss man upgraden.

      Thx für die Infos + Video. Kann ich mir gut vorstellen, wie es ohne Neatvideo aussah.


      @S t e f a n

      Thx für die ausführlichen Infos.

      S t e f a n schrieb:

      Wie auch immer, die dort enthaltenen Möglichkeiten zum Entrauschen, gehen weit über die Möglichkeiten von Neat Image, benötigten nochmals um Faktor 10 mehr Rechenleistung. Dafür werden unbedingt Rohdaten benötigt, eine Veränderung der Sensordaten oder ein Debayering wäre für die Wissenschaft unbrauchbar.
      Im Hobbybereich kommt man an solche speziellen Sensoren finanziell aber eh nicht ran. Von daher waren meine Rohdaten wissenschaftlich betrachtet für Ablage P. Trotz allem probiert man mit seinen Möglichkeit das maximal mögliche herauszuholen. Bei 50 Stunden Beleuchtungszeit kommt hier und da in die Nähe vom Hubble-Weltraumteleskop. Die machen zwar in nur 24h mehr Aufnahmen als ich es in meinem restlichen Leben je könnte,m wahrscheinlich reicht schon 1 Stunde, aber wenn man will, geht es für ein paar wenige Fotos in Eigenregie in ähnlicher Qualität.

      Erstaunlich!