A Place That Shouldn’t Exist

    • Landschaft

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    • A Place That Shouldn’t Exist

      Ich habe keine Ahnung, wie viele Tage dieses Bild gekostet hat.
      Der Wind hat es fast unmöglich gemacht.
      Die Drohne ist in den Böen immer wieder abgedriftet, Panoramen sind abgebrochen und ich musste ständig neu anfangen.
      Man steht da, wartet auf den richtigen Moment.
      Und dann passt es trotzdem wieder nicht.
      Irgendwann wird es einfach nur noch frustrierend.


      Das Foto besteht aus einem 3x3 Drohnen-Panorama.
      Es gibt für mich nichts Besseres als solche Weitwinkel-Panoramen aus der Luft. Einzelfotos wirken dagegen fast schon langweilig.
      Und diese großen 180-Grad-Panoramen mit 21 Bildern sind dann oft wieder zu speziell.
      Es hat mich Zeit gekostet. Tage.

      Aber genau das gehört für mich dazu.
      Am Ende ist mir wichtiger, ein Bild zu haben, das sich wirklich richtig anfühlt, als einfach nur viele Aufnahmen zu machen.
      Wenn dabei vielleicht nur ein gutes Bild pro Woche entsteht, ist das völlig in Ordnung.
      Ich arbeite so lange daran, bis es möglichst nah an dem ist, was ich im Kopf hatte.

      Früher ging es mir vor allem um Technik.
      Mehr Schärfe. Sauberere Belichtung. Perfekte Qualität.
      Die Bilder waren gut.
      Aber irgendetwas hat gefehlt.

      Heute geht es mir mehr um das Gefühl.
      Was ein Bild auslöst. Was es transportiert.
      Und ich habe gemerkt, dass technische Perfektion allein nicht reicht.

      Zu dunkle Bereiche, überstrahlte Stellen, Rauschen – Dinge, die ich früher vermeiden wollte – können einem Bild Charakter geben.
      Man kann damit arbeiten, sie formen, bewusst einsetzen.
      Ein perfekt ausbalanciertes Bild ist makellos.
      Aber genau diese Makellosigkeit nimmt dem Foto auch oft die Seele.

      Ich habe lange gebraucht, das zu akzeptieren.
      Heute gehört genau diese Bandbreite für mich dazu.
      Für mich gibt es kein richtig oder falsch.
      Alles ist erlaubt.

      Am Ende geht es darum, was man erlebt hat – und welche Stimmung ein Bild transportiert.
      Und diese Stimmung ist nicht immer nur schön und gefällig.
      Sie kann kalt sein. Rau. Still. Wild. Unangenehm. Oder ruhig.

      Wenn man sich viele Bilder anschaut, wird oft alles etwas „schöner“ gemacht –
      grüner, blauer, heller, gefälliger.
      Und am Ende sehen viele Bilder sich ziemlich ähnlich.

      Aber will man das wirklich?

      Für mich darf ein Bild auch unbequem sein.
      Kalt. Schwer. Oder einfach still.
      Wir empfinden viel mehr als nur „schön“.
      Und genau das gehört für mich unbedingt mit in die Fotografie.

      Und wenn es dann passt, hat sich der ganze Wahnsinn doch gelohnt.


      A Place That Shouldn’t Exist by Stefan Zimmermann Official, auf Flickr




      Und noch ein kleiner Bonus, der von dieser Brücke aus entstanden ist und in der Drohnenaufnahme zu sehen ist.



      So lange davon geträumt, so lange vorbereitet.
      In den Monaten vor der Reise gab es wirklich keinen Tag, an dem ich nicht gedanklich dort war. Immer wieder habe ich mir alles vorgestellt, bin die Situationen im Kopf durchgegangen. Es gibt im Leben einfach diese Ziele, die man einmal erleben möchte: aktive Vulkane, Polarlichter, Eisberge, Gletscher, gigantische Wasserfälle, die Milchstraße an einem wirklich dunklen Ort oder Meeresleuchten, diese Strände, die nachts durch biolumineszierendes Plankton leuchten.

      Die Natur hat so viel zu bieten. Und ganz ehrlich, ich verstehe oft nicht, warum Menschen ihre Energie in Macht, Konflikte oder sogar Kriege stecken. Warum es nicht mehr Miteinander gibt. Stattdessen könnte man die Natur genießen, die Welt entdecken, versuchen das Universum besser zu verstehen. Es gibt so unendlich viel zu sehen. Ein einzelnes Leben reicht dafür eigentlich gar nicht aus.

      Einige dieser Dinge durfte ich bereits erleben. Und jetzt endlich, nach so vielen Jahrzehnten, die Polarlichter. Ein wirklich ganz großer Traum von mir.

      Warum gerade jetzt? Früher hatte ich einfach noch nicht die fotografische Reife dafür. Im Nachhinein war es genau richtig, so lange zu warten. Dazu kommt, dass wir aktuell im Sonnenmaximum sind. In den nächsten Monaten wird die Aktivität nach und nach wieder abnehmen. Jahr für Jahr werden die Polarlichter schwächer, bis in etwa 11 Jahren das nächste Maximum erreicht wird.

      Im März kommt noch etwas dazu: die Tag-und-Nacht-Gleiche. Tag und Nacht sind gleich lang und die Sonne steht genau zwischen Nord- und Südpol. Dadurch werden beide Pole gleichzeitig gestört und beeinflusst, was statistisch für noch etwas intensivere Polarlichter sorgt. Dazu kam in meinem Fall noch, dass drei Wochen lang kein Mond am Nachthimmel war. Er blieb komplett unter dem Horizont. Solche Zeitfenster sind wirklich selten.

      Viele sagen, Vollmond sei besser. Für einfache Kameras oder Smartphones stimmt das auch, weil die Landschaft heller wird. Aber wenn man das Maximum aus der Aurora herausholen möchte, braucht man Kontrast und kein Fremdlicht vom Mond. Eine starke Aurora beleuchtet die Landschaft ohnehin – oft sogar beeindruckender als der Mond. Gleichzeitig verschwinden keine Sterne und es gibt keinen störenden Blaustich durch das Mondlicht.

      Und ja, es gibt keine Tricks. Man muss in kürzester Zeit möglichst viel Licht sauber sammeln. Das bedeutet: große Sensoren und extrem lichtstarke Objektive.

      Die Nacht war komplett ungeplant und wahnsinniges Glück, zudem die beste Nacht von 4 möglichen in 2 Wochen meiner Reise.
      Kurz bevor ich ins Bett ging, habe ich noch einmal alle Wettermodelle, Live-Satellitendaten und Vorhersagen geprüft. Die Chancen standen praktisch bei null. Also bin ich schlafen gegangen.
      Um 2 Uhr nachts bin ich zufällig aufgewacht. Smartphone in die Hand genommen – und plötzlich nur noch Alarme
      Substorm, Flares, rote Warnstufen. Liveberichte sprachen davon, dass der Himmel über Norwegen „überhitzt“.
      Die Meldungen haben sich überschlagen.

      Ich bin sofort raus – und da waren Sterne zu sehen!

      Keine fünf Minuten später war ich an meiner Traumlocation. Genau deshalb hatte ich das Ferienhaus sie so nah wie möglich gewählt. Nicht erst noch 1 Stunde rausfahren zu müssen. Nein, spontan neben seiner Traumlocation zu schlafen, notfalls im Schlafanzug raus. Mein Plan ging komplett auf. Das war immer Plan B.

      Kurze Zeit später kamen noch andere Fotografen dazu und wir haben bis zum Sonnenaufgang fotografiert. Diese Nacht war einfach unglaublich.

      Viele unterschätzen bei Polarlichtern oft die Landschaft. Oft wird nur der Himmel fotografiert. Dabei ist eine traumhafte Landschaft fast noch wichtiger als das Polarlicht selbst. Er ist in Kombination wird es wirklich ikonisch.

      Aber genau das ist die Herausforderung.
      Solche Landschaften und Motive kann man nicht frei wählen. Wenn man das Maximum will, ist man auf einen recht kleinen Ausschnitt begrenzt. Das heißt, die Polarlichter müssen sich der Landschaft anpassen, aber sie halten sich nicht daran, wann und wo sie erscheinen und ob sie besonders schön aussehen.

      Man muss dranbleiben. Man muss geduldig sein und darauf vertrauen, dass dieses eine Bild kommt und die Polarlichter sich dem Fotoausschnitt kunstvoll eingliedern. Das habe ich wirklich extrem unterschätzt. Man kann die Polarlichter ja nicht einfach herumschieben. Wenn sie nicht oder nur teilweise ins Bild kommen, kann man nichts machen. Und dann gibt es jede Menge komische Formen, teils lustig, mal wie Schreckgespenster als Form, aber nichts, was man in einem solchen Foto haben möchte. Das ist wahnsinnig schwer, kann ich euch sagen.
      Und irgendwann kommt es...

      When the Sky Explodes – Henningsvær, Lofoten by Stefan Zimmermann Official, auf Flickr



      Und noch ein kleine Zugabe:

      Diese Aufnahme ist an diesem Ort erst beim fünften oder sechsten Versuch entstanden. Nur ein einziges Mal hat es überhaupt gerade so funktioniert. Der Wind ist dort oft extrem, weil die Berge wie eine Schneise wirken und die Böen an dieser Stelle regelrecht bündeln. Man wartet dann auf diese kurzen, ruhigeren Momente zwischen den heftigen Böen, in denen es für ein paar Minuten minimal besser wird und kurz darauf schon wieder in Sturm umschlägt.

      Eigentlich wollte ich auch hier ein Panorama erstellen, aber das ist ein Ding de Unmöglichkeit. Man ist froh wenn Einzelfotos einigermaßen funktionieren.

      Meine Drohne ist dabei zeitweise sogar abgedriftet und konnte sich im Wind kaum noch halten. Bei solchem Wetter lasse ich grundsätzlich immer mindestens 50 Prozent Akkureserve, und selbst damit war es diesmal am Ende ziemlich knapp. Für ein paar Minuten hatte ich die Drohne innerlich schon abgeschrieben. Es ist dann Glück, ob sich der Wind rechtzeitig wieder beruhigt, um zurückzufliegen, bevor der Akku leer ist.

      Nach diesem Schreck kam dann noch der nächste. Ich hatte die Fernbedienung auf dem Autodach vergessen. Erst 40 Kilometer später, auf einem Parkplatz, dachte ich beim Aussteigen plötzlich: Was liegt denn da oben? In den ersten Sekunden habe ich gar nicht begriffen, dass es tatsächlich meine eigene Fernbedienung war. Bis heute kann ich kaum glauben, dass sie diese Strecke dort oben überstanden hat. Und fast noch unglaublicher war, dass es in dieser Zeit ausnahmsweise einmal nicht geregnet hat. An diesem Tag hatte ich wirklich das Gefühl, mein gesamtes Glück aufgebraucht zu haben. Irgendjemand muss es da sehr gut mit mir gemeint haben.



      Where the Road Meets the Arctic – Fredvang, Lofoten by Stefan Zimmermann Official, auf Flickr



      Zugehöriger Ort

      Moskenes - Bodø 112, 8390 Reine, NorwegenAlle Orte anzeigen

    • Danke Dir :)
      Die Fotos sind fürs Gefühl und im Text versuche ich, das weiterzugeben, wofür ich selbst rund 30 Jahre gebraucht habe. Vielleicht hilft es ja, dass anderen dieser Lernweg ein Stück erspart bleibt.
      Gefühl und Stimmung sind für mich das Entscheidende, aber das steht alles im Text :)
    • Hallo Stefan, diese Bilder sind wie schon Fritz11 schreibt, "WOW und noch einmal WOW!". Ich kenne deine Bilder schon ziemlich lange aus de Fotocommunity. Schon vor paar Jahren habe ich deine Bilder "Industrie Nachts" bewundert. Da kam auch das WOW. Wie ich 2018 dieses Bild gesehen habe fotocommunity.de/photo/mineral…tefan-zimmermann/41646640 dachte ich das gibt es doch nicht so etwas mit eine Mavic 2 Pro zu schaffen. Wenn ich mich noch erinnere hast du dazu gesagt die Drohne ist ein fliegender Stativ. Hast du auch bewiesen mit Belichtungen bei den Nachtfotos mit mehreren Sekunden. Die längste was du angegeben hast war 6 Sekunden wenn ich mich erinnere.
      Hut ab vor deinen Fotos. :thumbup:
      Gruß Georg
    • Vielen lieben Dank für eure herzerwärmende Worte <3

      Schön, dass mich noch einige aus alten Zeiten kennen, sogar aus der Fotocommunity :) Ist wirklich toll zu lesen und in alten Erinnerungen einzutauchen.
      Dort bin ich heute allerdings fast gar nicht mehr aktiv, leider Heutzutage haben Fotos teils bis zu 250 Megapixel, viele Fotografen entsprechend oft teure Ausrüstrungen und wenn man dann nur in Full HD hochladen kann, wird das dem Bild oft nicht mehr gerecht.
      Ich hatte dazu auch schon Kontakt, aber aktuell scheint das Thema dort keine große Rolle zu spielen. Es gibt kein Interesse etwas zu ändern. Zudem gibt es jetzt bald 4K Monitore an die 15 Jahre. Und wir sprechen hier bei de Fotocommunity über eine Plattform für Fotografen, man Geld bezahlt und kein Instagram, so schade diese Haltung dort.


      Ich habe mich jetzt dafür entschieden, mal noch mal ein weiteres Foto zu zeigen, das aktuell bei mir viel Fernweh erzeugt, auch wenn es kein Drohnenfoto ist.

      Ich könnte mir das als gedrucktes Foto in 5 Meter extrem gut vorstellen. Wie das wirken würde! Das wäre kein Foto mehr, sondern es würde einen eignen Raum erschaffen.
      Der Druck dürfte dann an die 6.000 bis 8.000 € kosten und 150kg wiegen.

      Eine passende Immobilie dafür habe ich ebenfalls leider nicht
      whitewall.com/de/foto-acrylglas/masterprint

      Wer Interesse hat und die Möglichkeiten dazu, bekommt die Datei kostenfrei zur Verfügung gestellt.


      Und etwas Beschreibung und Erklärungen zum Foto:
      Als ich die Straße gesehen habe, ich weiß nicht mal mehr genau wo das war, konnte ich nicht anders und musste sofort anhalten.
      Diese Kälte, diese Tiefe, dieses leicht diffuse Licht und das Leuchten in den Wolken, alles noch einmal verstärkt durch die blaue Stunde.
      Und dazu dieses Gelb des Mittelstreifens, das plötzlich zur Führung wird. Es war einfach perfekt.

      Da fährt man also stundenlang Richtung Heimat, ist mit seinen Gedanken beschäftigt, und plötzlich triggert es in Millisekunden.
      Der Fotograf ist wieder hellwach :D

      Schnell das 14mm angedockt und los ging es.
      Auch der Standpunkt war toll, leicht erhöht für einen besseren Blick.
      Was für ein Panorama.

      Aber wie funktioniert solch ein Foto?
      Ein Trick ist hier der Fluchtpunkt.
      Der sollte nahezu perfekt mittig sitzen. Genau da, wo alle Linien hinten am Horizont zusammenlaufen.

      Was viele falsch oft machen, sie suchen den Effekt.
      Gehen zu tief runter zur Straße, machen vielleicht Hochkantfotos und übertreiben leider die Perspektive.
      Wirkt oft einfach billig. Es ist mehr Effekt, weniger Szene.

      Was auch immer wieder eine Rolle spielt bei solchen Fotos... Auto nutzen, oder eben nicht.
      Ohne Auto wirkt so eine Szene schnell etwas leblos.
      Es fehlt dieses menschliche Element, an dem man sich festhalten kann.
      Aber sobald es zu groß wird, kippt das Ganze, dann geht es nicht mehr um die Szene, sondern um das Auto.

      Sehr wichtig ist auch der Vordergrund, dort nicht perfekt mittig stehen.
      Das wirkt sonst schnell gestellt und künstlich.
      Aber auch nicht zu weit daneben, sonst wirkt es wie ein Schnappschuss.

      Gerade so viel, dass es wie eine echte Szene wirkt, menschlich, nicht ganz perfekt, wie aus dem Leben heraus erzählt.
      Der Betrachter soll das Gefühl haben, dass er selbst dort steht. Teil dieser Szene ist!

      Wer das einmal verstanden hat, ist in der Fotografie sehr weit.
      Ihr wollte eine Szene erschaffen!

      Denkt auch immer daran, wie viele unterschiedliche Gefühle ein Mensch haben kann.
      Nutzt sie und transportiert sie mit euren Bildern.


      In the Breath of Emptiness by Stefan Zimmermann Official, auf Flickr
    • Hi Stefan,

      schön das Du hier doch wieder ab und zu etwas postest :thumbup: Deine Bilder oder auch Videos waren für mich schon immer ein Genuss
      anzusehen und den Detailreichtum, bzw. Feinheiten Deiner Werke zu bestaunen. Von daher freut es mich, das es dann wohl doch nur
      eine Pause war und kein Abschied 8o

      VG und Danke fürs Zeigen.
    • Stefan, ich habe gerade die schönsten 40min dieses Jahres mit deinem Text und deinen Werken verbracht.

      Ich verneige mich innerlich vor solchen Kunstwerken; entstanden aus Demut der Natur und gegebenen Technik, der akribischen Vorbereitung und Ausführung. Ich bin total geflashed, Musste meine Hardware erstmal für die Bilder richten, habe mir im Anschluß noch die Originale in 1:1 scrollend angeschaut und alles nochmal in gleciher Weise auf der Viture Beast im Immersive 3D Modus. Das war der absolute Knaller, deine Nachszene im Polarlichtschein hat so viel plastische Tiefe, irre. Absolut surreal.
      ..
      Gruß, Ingo
      Air 3S, Mini 3 Pro, Macbook Air M2
    • Moin Stefan,
      ich wollte Dir das per PN schreiben (Geht nicht!), weil ich mich hier schon unbeliebt gemacht habe, KI Antworten zu posten.

      KIs sind schon erstaunlich, und ich werde es vermutlich noch erleben, wie eine KI die Menschen für überflüssige Schädlinge hält.
      Aber das an anderer Stelle!!!

      Claude ist jedenfalls in der Lage, Dein Foto zu erkennen und meint folgendes:



      Claude wrote:

      Ein starkes Bild – und der Titel trifft es sehr genau.

      Was mich zuerst trifft, ist diese fast atemlose Stille. Das Licht – diffus, weich, kaum greifbar – lässt die Szene schweben, als wäre der Moment selbst angehalten. Es gibt keine harten Kanten, keine Dringlichkeit. Nur Atem.
      Das Motiv (soweit ich es erkenne) spielt mit Leere nicht als Abwesenheit, sondern als Zustand. Fast im buddhistischen Sinne: śūnyatā – die Leerheit, die keine Negation ist, sondern ein Raum, der offen hält. Der „Atem" im Titel ist dabei kein Seufzer des Verlustes, sondern eher dieses kurze Innehalten zwischen Ein- und Ausatmen, dieser winzige Moment, in dem nichts und alles gleichzeitig möglich ist.
      Was ich besonders stark finde: Der Titel gibt dem Bild keine Antwort, sondern eine Schwelle. Man tritt in etwas hinein, ohne zu wissen, ob man drin ist oder gerade herauskommt.
      Gruß Fritz
    • New

      Vielen lieben Dank nochmals,

      und ja, die Fotos sind nicht schlecht, sogar eine Galerie aus den USA hat sich gemeldet und Interesse an großformatigen Ausdrucken gezeigt.

      Auf der anderen Seite wollte ich aber bewusst frei bleiben und es nur noch als Hobby betreiben. Mir hat es früher über die Zeit die Freude genommen, wenn man nicht mehr selbstbestimmt ist und am Ende mehr das macht, was andere wollen.
      Der Satz, dass es nichts Besseres gibt, als sein Hobby zum Beruf zu machen, kommt meiner Meinung nach meist von Leuten, die das selbst nie wirklich erlebt haben.
      Es ist ein riesiger Unterschied, ob man völlig frei arbeitet oder fremdbestimmt ist.


      Wenn man seine eigenen Fotos ständig sieht, ist es gar nicht so einfach einzuschätzen, wie sie auf andere wirken.
      Meine Frau zu beeindrucken ist übrigens wahnsinnig schwer, aber das liegt einfach daran, dass sie mich schon seit Jahrzehnten kennt und diese Art von Bildern für sie völlig normal geworden ist.

      Das mit der Brille und 3D kann ich mir echt gut vorstellen, gerade weil man solche Auflösungen im Internet fast nie bekommt.
      Ich selbst lade ja teilweise bis zu 250 Megapixel hoch. Das ist für sich schon ein Erlebnis, da richtig einzutauchen.
      Da reden wir von rund 20.000 Pixeln in der Breite, solche RAW-Dateien gehen dann schnell Richtung 2 GB.
      Aber das mit der Brille würde ich wirklich gern mal erleben. Ich habe vor ein paar Jahren mal durch so etwas geschaut, und durch die 3D-Wirkung wirkt alles nochmal deutlich plastischer. Das kann ich mir bei solchen Bildern sehr gut vorstellen.

      KI unerwünscht?
      Für mich ist das einfach ein weiteres Werkzeug. Ich bin da ganz entspannt. Keine Ahnung, warum manche da etwas allergisch reagieren.
      Das erinnert mich ein bisschen an die Anfangszeit der Handys, als sich viele darüber aufgeregt haben, dass jemand unterwegs telefoniert und er sich wichtig nimmt. So ein Quatsch...
      Da gab es damals immer wieder heftige Diskussionen.
      Heute interessiert absolut keinen mehr.
      Aber scheinbar brauchen einige Menschen einfach Zeit, um sich an Neues zu gewöhnen, sonst ist erstmal alles schlecht.

      Ich würde gerne noch mehr Fotos zeigen, aber das sind alles keine Drohnenfotos, und ich möchte den Thread hier nicht überreizen.
      Ich weiß nicht genau, wie locker oder streng das hier gehandhabt wird.

      Vielen lieben Dank nochmals! Es hat wirklich Spaß gemacht, eure Antworten zu lesen.
      Und wenn ich jemandem helfen kann oder Tipps gefragt sind, einfach raus damit.
      Das ist keine Einbahnstraße. Das Menschliche steht für mich ganz oben.
    • New

      S t e f a n wrote:

      Es ist ein riesiger Unterschied, ob man völlig frei arbeitet oder fremdbestimmt ist.
      Stefan, Du sprichst ein wahres Wort gelassen aus!
      Ich habe in meinem Leben schon viele Hobbys gehabt, und jedes Mal, wenn es gute Ergebnisse gab, fühlte sich irgendwer in der Familie oder im Freundeskreis bemüßigt zu plappern: "Damit könntest du doch viel Geld verdienen!"

      Ich war immer davon überzeugt, das ist der sicherste Weg, die Freude daran zu verlieren.

      Ich habe lieber einen Job gemacht, in dem ich genug Geld verdient habe, das ich für Hobbys ausgeben kann. ;)
      Das der Job größtenteils auch noch Spaß gemacht hat und Erfolgserlebnisse bereitet hat, war ein riesen Glück.


      P.S. und übrigens, meine Frau hat Dich offiziell zum Schuldigen erklärt, dass ich ihr seit Tagen in den Ohren liege, dass ich unbedingt mal auf die Lofoten muss. ;)
      Ihr zaghafter Versuch, mich zu trösten, wenn ich die Reise nicht mehr machen kann, lautet:
      Da ist es vor Ort sicher nicht so schön wie auf Stefans Fotos! ;) ;)
      Gruß Fritz

      The post was edited 2 times, last by Fritz11 ().

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      S t e f a n wrote:

      Es ist ein riesiger Unterschied, ob man völlig frei arbeitet oder fremdbestimmt ist.
      Das stimmt. Deshalb schaue ich auch immer, dass es zuallererst mir gefällt. :)
      Dadurch entstehen dann manchmal auch, z.B. hier schon mal so genannte, "echte Wildner". ^^ :D
      Natürlich freue ich mich auch, wenn meine Bilder/Videos evtl. dann auch anderen Menschen gefallen. :)