Mini 2 - Akku defekt?

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  • Mini 2 - Akku defekt?

    Hallo zusammen,
    ich wollte meine 3 Batterien aus dem Fly More Combo Kit laden und mit auf Tour nehmen. Einer der drei Akkus zeigt beim Laden einen defekt an - 3 maliges Blinken aller LED's. Ich verwende meine 3 Batterien reih um, so dass sie möglichst immer die gleiche Anzahl an Ladezyklen haben. Die Batterien haben jeweils höchstens 50 Ladezyklen, eher weniger. Wie kann es sein, dass da einer schon kaputt ist? Kann ich den reaktivieren oder muss er entsorgt werden?

    vG Uwe
  • Gute Frage, ich habe selbst keine Mini2.

    Teilweise sind in DJI Akkus ja LION Zellen verbaut, aber ich glaube die Mini2 benutzt noch Lipos.

    Aber egal was auch verbaut ist, ich sorge immer selbst vor:

    Die DJI Akkus haben zwar ein BMS, dass ua. nach einiger Zeit voll Lagerung die Zellen selbstständig auf Storage Level entlädt, aber ich kenne weder die Details noch die Zeit nachdem dies geschieht.

    Und für mich ist jede Stunde, die ein Akku voll geladen rumliegt, schon eine Stunde zuviel.

    Zumindest Lipos mögen es überhaupt nicht vollgeladen gelagert zu werden, sie fangen an zu gasen (Zelle wird bauchig, flauschig) und werden damit mittelfristig hochohmig, und können dann keine hohen Ströme mehr liefern ohne dass die Spannung zusammenbricht.

    Bei eigenbau Koptern haben wir immer ungeschützte Lipos ohne BMS, bei denen man selbst darauf achtet, daß man sie niemals voll geladen weglegt (also Langzeit, aber bei mir gilt das schon am selben Tag), sondern den Level jeder Zelle immer auf storage hält.

    Storage Level liegt so ca. bei 3,80V - 3,86V pro Zelle, oder auch in Prozent bei ca. 40%-60%, oder auch "2 von 4 Leds bei DJI".

    Genau so bekommt man jeden Akku auch nach dem Kauf, und deshalb ist ein akku überhaupt erst lagerfähig, ohne zu degradieren.

    Alles andere, also leer lagern oder komplett voll schädigt die Zellen.

    Ich lade meine Akkus aus storage Niveau dann immer genau direkt vor dem Fliegen, niemals denken, "ich lade mal, damit ich dann irgendwann jederzeit fliegen kann" ;)

    Jetzt wäre interessant in welchem Ladezustand du deine Akkus zuletzt weggelegt hast.

    Entweder sind die Zellen von der Spannung auseinander gedriftet, oder sie befinden sich unterhalb dem Mindestlevel den das BMS toleriert.

    Du kannst versuchen den eh schon defekten Akku (Garantie ist eh futsch) vorsichtig zu öffnen, und das zu messen. Also welche Spannungen die einzelnen Zellen noch haben. Da ist sicher das Problem zu finden.

    Aber nur wenn du technisch versiert bist und weisst was du machst. Einen Akku zu öffnen braucht skills wie man da vorgeht. Macht man da einen Fehler ist alles drin vom Kurzschluss bis zum Brand...

    The post was edited 1 time, last by quadflyer8 ().

  • quadflyer8 wrote:

    Storage Level liegt so ca. bei 3,80V - 3,86V pro Zelle, oder auch in Prozent bei ca. 40%-60%, oder auch "2 von 4 Leds bei DJI".
    Das ist aber nicht der aktuelle Stand. 3,7-3,75 Volt wäre deutlich sinnvoller. Man kann sich gerne mal den Lipoleitfaden von Gerd Giesse durchlesen, dann ist man schlauer.

    Mein Ladegerät für meine "normalen" Lipos hat als Storagespannung auch 3,75 Volt eingestellt. Bei meinen Helis und Fliegern fliege ich immer bis exakt auf 20% Restkapazität. Dann haben die Zellen immer zwischen 3,7 und 3,75 Volt, also genau die optimale Lagerspannung. So werden meine Lipos dann weggelegt und unmittelbar vor dem nächsten Flug vollgeladen. Mit genau diesem Vorgehen haben meine Lipos auch nach sechs Jahren noch ihre volle Kapazität und auch noch exakt den gleichen Innenwiderstand, wie im Neuzustand.

    Natürlich spielen für die Lebensdauer eines Lipos auch noch andere Faktoren eine wichtige Rolle. Die Temperatur zB. ist sehr entscheidend. Lagert man seine Lipos zB. im Sommer bei hohen Temperaturen über 20-25 Grad, dann altern sie viel schneller. Genaus so schlecht ist es, wenn man im Winter mit eiskalten Akkus fliegt. Auch das mögen Lipos gar nicht. Und die Akkus altern auch einfach durch die Zeit.

    Selbst wenn man einen Akku nie verwendet und immer auf Lagerspannung lagert, ist der irgendwann kaputt.

    Und man sollte seine Akkus auch nie komplett leerfliegen. 15-20% Restkapazität sollten immer drin bleiben. Aber bei DJI macht die Fernsteuerung schon rechtzeitig Alarm. Da sollte eine Tiefentladung eigentlich nicht vorkommen. Es sei denn man ignoriert sämtliche Akkuwarnungen und fliegt solange, bis der Copter eine Zwangslandung macht. Dann bin ich mir nicht sicher, wie weit die Akkus dann entladen sind.
  • @raimcomputi
    Alles richtig was du schreibst. Ich lern ja gerne auch noch dazu und hab Gerd Gieses' aktuellen Lipoleitfaden gerade gelesen.

    Interessant, und deckt sich eigentlich mit dem was ich kenne, und auch geschrieben habe.

    Dabei kommt er zusätzlich zur Erkenntnis, daß Storage unter 3,8V pro Zelle deshalb sinnvoll ist, um bei einem "Akku Supergau" die Eigenentzündung, also einen "Thermal Runaway" zu verhindern. Sicherlich korrekt.

    Aber er sagt dann auch dazu: macht man dies, muss man die Akkuspannungen monatlich prüfen, um nicht unter die 3,65V zu kommen, also somit wäre da höchste Disziplin nötig!

    Wenn man jetzt mal überlegt, dass gerade DJI Käufer eher sorglos mit ihren Akkus umgehen wollen, und dann ja ne direkte Spannungsmessung am Akku auch nicht vorgesehen ist, wird das schwierig sein umzusetzen.

    Dann wären wahrscheinlich noch mehr Akkus tot, durch Tiefentladung.

    Ich zitiere hier mal die besagte Stelle:

    Auszug aus: Lipoleitfaden von Gerd Giese

    "Langzeitlagern: Bei längerer Lagerung (ab zwei Tagen), ist eine Zellenspannung von >3,65V bis 4,0V aus Sicht des LiPos völlig in Ordnung. Das ist auch der Grund, warum immer wieder die (mittleren) 3,80V bis 3,85V pro Zelle zu lesen sind. Energietechnisch sind die (hier wären es 40% bis 50%) aber nicht ganz unproblematisch, dabei gilt: Je weniger Energie im Akku ist, umso weniger muss im Falle eines Supergaus (Kurzschluss) die gespeicherte Energie abgebaut werden. Leider ist der Energiegehalt ab 3,8V/Z derart hoch, dass im Fehlerfall (Supergau) des Akkus mit einer totalen Selbstzerstörung (Thermal Runaway) zu rechnen ist. Dabei entstehen extrem hohe Temperaturen die Sekundärbrände (Entzündungen im Umfeld des Akkus) nach sich ziehen können! Anm.: Das ist eine einfache energetische Betrachtung. Für einen Brand muss die Zelle bzw. das Innere davon auf eine Mindesttemperatur (>150°C) kommen, welche die Initialbedingungen eines Thermal Runaway befriedigen. Die eingespeicherte Energie reicht bei unter 3.74V/Z nicht mehr dafür aus (Maßstab Zimmertemperatur)!
    Daher wäre eine Lagerspannung von (min.) 3,70V - (max.) 3,75V, ideal 3,72V/Z, (im Leerlauf gemessen, dabei kommt es schon auf 0,05V an!) deutlich geeigneter. Das entspricht einem Energiegehalt von etwa 10% - 20%. Hierbei wird bei den LiPos genauso die Lagersicherheit erhöht und energietechnisch enthält er nicht mehr die Leistung, um einen Brandschaden im Fehlerfall anzurichten. Wir empfehlen einen derart gelagerten LiPo monatlich kurz auf seine Spannungshöhe zu kontrollieren und ggf. nachladen, sofern sich die Spannung der 3,65V/Z annähert!"
  • quadflyer8 wrote:

    Aber er sagt dann auch dazu: macht man dies, muss man die Akkuspannungen monatlich prüfen, um nicht unter die 3,65V zu kommen, also somit wäre da höchste Disziplin nötig!
    Nach meiner Erfahrung ist das aber nicht wirklich nötig in der Praxis, es sei denn die Lipos haben sowieso schon einen weg. Ich fliege zB. im Winter gar nicht, also ca. von Anfang November bis Anfang April. Ich checke in der Zeit die Spannung gelegentlich. Und die Lipos, die ich im November mit 3,75 Volt weggelegt habe, haben Anfang April immer noch 3,75 Volt. Mir ist es noch nie passiert, das ich einen Lipo nachladen mußte. Was mir aber schon einmal passiert ist, das mir ein Lipo mit 3,9 Volt fast in der Lipokiste explodiert wäre. Durch einen dummen Zufall habe ich es gerade noch rechtzeitig gemerkt. Der Lipo war aufgeblasen wie ein Ballon und feuerheiß. Das hätte wahrscheinlich keine Stunde mehr gedauert. Den Lipo habe ich dann an meinem Ladegerät natürlich unter Aufsicht mit ganz geringem Strom entladen und konnte so den Supergau gerade abwenden.

    Bei 3,7 Volt haben die Zellen eben nur noch ca. 15% Restenergie, während es bei 3,85 Volt schon fast 60% sind. Das kann im Zweifel den entscheidenden Unterschied machen. Und einen Lipobrand in der Wohnung, den willst Du nicht haben, glaub mir.

    Und wie gesagt, meine Lipos scheinen mir dankbar zu sein, für meine Behandlung. Die leben bei mir, ohne in der Leistung nachzulassen viele viele Jahre.

    Raimund
  • Im Grunde genommen spricht nichts dagegen die intelligente Entladefunktion der Akkus zu nutzen.
    Die genaue Funktion bzw. der Ablauf der automatischen Entladung wird im Handbuch zur Mini 2 auf Seite 21 beschrieben. Der LiPo wird bis auf 72% entladen.

    Hier gibt es auch ein kurzes Video:

    Gruß - Bernd

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    Ich kann nicht alles wissen aber es wird jeden Tag ein Stück mehr.
  • Pepemina wrote:

    Wie kann es sein, dass da einer schon kaputt ist?
    Wenn er richtig gelagert und behandelt wurde (gibt gefühlt hunderte threads dazu, z.B. LiPos im Metallkoffer lagern? oder auch LiPo explodiert uvm.) kann er natürlich auch kaputt sein. DJI ist da i.d.R. recht kulant, ob das bei Mini-2-IFBs auch noch der Fall ist weiß ich nicht, ein Versuch ist's auf jeden Fall wert.
    Link zur DJI Webseite (ganz unten)

    Pepemina wrote:

    oder muss er entsorgt werden?
    jo, wenn er defekt ist bitte nicht in den Hausmüll :thumbup:
    "we brake for nobody" ... me? sarcastic? never!
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    Bernd Q wrote:

    Im Grunde genommen spricht nichts dagegen die intelligente Entladefunktion der Akkus zu nutzen.
    Bei der Mini 4Pro, zumindest bei meiner, ist das anders. Da hört die Entladung nicht irgendwann auf. Ich fliege im Winter gar nicht und somit werden meine Akkus ca. 4 Monate nicht genutzt. Als ich die jetzt im Frühjahr ans Ladegerät gehängt habe, hat bei allen Akkus nur noch eine LED geleuchtet.

    Also entweder entladen sich die DJI-Akkus tatsächlich von selbst immer weiter, oder die integrierte Elektronik im Akku hört nicht auf mit dem Entladen. Das würde auch erklären, warum FJI sagt, das man die Akkus alle drei Monate einmal volladen soll.

    So eine automatische Selbstentladung kenne ich von meinen anderen Flugakkus überhaupt nicht, deshalb war ich schon verwundert, das die Mini 4Pro Akkus nach so kurzer Zeit fast leer waren.
  • New

    raimcomputi wrote:

    Bei der Mini 4Pro, zumindest bei meiner, ist das anders. Da hört die Entladung nicht irgendwann auf. Ich fliege im Winter gar nicht und somit werden meine Akkus ca. 4 Monate nicht genutzt. Als ich die jetzt im Frühjahr ans Ladegerät gehängt habe, hat bei allen Akkus nur noch eine LED geleuchtet.
    Moin Raimund, bist Du sicher, dass Deine Akkus die neuste Firmware haben?
    Meine Mini4pro Akkus halten die Storageladung über Monate, ok meistens sind es nur Wochen, aber bleiben konstant.
    Gruß Fritz
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    Moin Uwe,

    ich würde den Akku ehrlich gesagt nicht mehr fliegen

    Kontakte mal prüfen und ggf. den Akku einzeln laden. Wenn alle LEDs weiterhin 3x blinken, ist da ziemlich sicher was faul - entweder Zelle oder Elektronik/BMS

    Aufmachen oder „wiederbeleben“ würde ich bei so einem LiPo nicht versuchen. Das Risiko steht in keinem Verhältnis zum Preis eines neuen Akkus. Lieber DJI anschreiben, vielleicht geht noch was auf Kulanz. Ansonsten ersetzen und den alten fachgerecht entsorgen

    Für die Zukunft: nicht voll oder leer lange liegen lassen, lieber irgendwo im mittleren Bereich lagern und ab und zu kontrollieren
  • New

    Raimund, wenn es diese Funktion bei der Mini 4 nicht gibt, finde ich es sehr traurig das DJI solches nicht Copterübergreifend durchzieht.

    In Sachen DJI Assistant, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass zB ein Update bei der Mini 3 Pro bei mir nur über die DJI Assistant funktionierte. Das normale Update hatte sich mehrfach bei 30% verabschiedet. Da half wirklich nur die DJI Assistant.
    Gruß - Bernd

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    Ich kann nicht alles wissen aber es wird jeden Tag ein Stück mehr.